Nur ein breites Spektrum unterschiedlichster Lebensräume kann einer
artenreichen Pflanzen- und Tierwelt Schutz und Überlebenschancen bieten.
Unsere Arbeit ist darauf ausgerichtet, diese Voraussetzung zu schaffen und zu
erhalten.
Für Höhlenbrüter wie Schleiereule, Turmfalke, Mauersegler und viele Singvögel sowie für Fledermäuse bringen wir Nisthilfen an.
· Wir betreuen Feuchtbiotope, wie den von uns angelegten Pfaffenweiher
· Unsere Aufmerksamkeit gilt auch den Fließgewässern mit ihren Uferzonen.
· Wir pflanzen und pflegen Gehölze in unserer Gemeinde.
· Die Vernetzung von Biotopen ist uns ein besonderes Anliegen.
· Wir pflegen den Kontakt zu anderen Naturschutzgruppen und beteiligen uns an gemeinsamen Aktion und Exkursionen.
Sie möchten mehr über unsere Arbeit erfahren?
Dann schauen Sie sich doch unsere Arbeitseinsätze in der Großgemeinde
Grävenwiesbach, aber auch Aktivitäten und Exkursionen in Bild und
Schrift an.
Wir freuen uns über Ihr Interesse.
Nistkästenbetreuung
Pflege von Streuobstwiesen
Anlage von Blühflächen
Pflege des Mahnmals für NS-Zwangsarbeiter
Pfad der Jahresbäume
Feuchtbiotop Pfaffenweiher
Infotafeln am Wenzelfleck
Wildbienenwand
Kelterfest
Nistkästenbetreuung
Bei kalten, aber trockenem Wetter trafen sich am ca. 20 Mitglieder und interessierte Gäste, um die Nistkästen an der Hasselborner Straße wieder zu inspizieren.
In 4 Gruppen machten sich die mit langen Leitern ausgerüsteten Naturfreunde auf den Weg zu „Ihren“ Nistkästen. Welche Vögel wohl die Nistkästen angenommen hatten, wie erfolgreich waren letztes Jahr überhaupt die Nisthilfen angenommen worden ?
Nester vorwiegend aus Moos, weisen auf die Kohlmeise als Mieter hin, sind zusätzlich Tierhaare verbaut, war wohl eine Blaumeise im Nistkasten eingezogen. Nester aus kleinen Holzstücken, v.a. aus der Spiegelrinde der Kiefer werden vom Kleiber angelegt. Der Trauerfliegenschnäpper garniert seine Moosnester gerne mit frischen Blättern, die sich dann mit der Zeit zusammen-rollen. Läßt das Nest eine gewisse Ordnung vermissen, sind Moos, Strohhalme, Blätter und Federn kunterbunt zu einem scheinbar lieblosem Haufen zusammengetragen, hatte sich wohl der Spatz oder Feldsperling eingenistet.
Doch nicht nur Vögel nutzen die Nisthilfen, auch kleine vierbeinige Waldbewohner wissen die vorgefertigte Behausung zu schätzen und zu nutzen. Haselmaus und Siebenschläfer machen den Vögeln Konkurrenz, ihre Anwesenheit wird durch eine Vielzahl von Nußschalen und gar ganzen Eicheln etc. belegt.
Als Ergebnis der Kontrolle konnte dann festgestellt werden, dass die Kohlmeisen mind. 26 Brutnester angelegt hatten.
Pflege von Streuobstwiesen
Die von uns angelegte Streuobstwiese am Wenzelfleck ist eine der größten Streuobstwiesen, die wir betreuen. Weitere Streuobstwiesen werden betreut am alten Dreschplatz in Hundstadt, am alten Schuttplatz in Grävenwiesbach,
am Hochbehälter in Laubach, am Weg zum Kinderwald, an der Abzweigung von Wilhelmsdorf nach Hundstadt sowie die gemeindlichen Streuobstwiesen von Laubach.
Pflegeeinsatz am Mahnmal für NS-Zwangsarbeiter
Wie in jedem Frühjahr waren auch am 5. April 2017 einige Mitglieder der Vogel- und Naturschutzgruppe Grävenwiesbach im Einsatz, um das Gelände um das Mahnmal für die NS-Zwangsarbeiter in der Nähe des Hasselborner Tunnels nach dem langen Winter zu pflegen. Dabei wurden u.a. das herabgefallene Laub zusammengerecht und die Wildkräuter vom Weg entfernt.
Die Vogelschutzgruppe hat die Patenschaft für die Pflege des Mahnmalgeländes vor vielen Jahren übernommen.
Das Mahnmal erinnert an die Leiden und Opfer von Hunderten von Menschen aus mehreren europäischen Ländern, die während des Zweiten Weltkriegs im Hasselborner Tunnel von den Nazis zur Zwangsarbeit unter unmenschlichen Bedingungen für die Rüstungsindustrie gezwungen wurden. Viele von ihnen starben während dieseer Zeit an Unterernährung, Krankheit oder Erschöpfung.
Anlage von Blühflächen
Wir kümmern uns um vier Blühflächen in Naunstadt in der Umgebung des Friedhofs, auf der Streuobstwiese am Wenzelfleck, sowie um wechselnde Blühflächen am Kartoffelacker der Kartoffelgruppe Grävenwiesbach.
Pfad der Jahresbäume
Anmerkungen zu Bäumen: (Aus der Rede von S. Budig zur Einweihung des „Pfades der Jahresbäume“ am 6.9.80)
Wir gehen nichtsahnend an Bäumen vorbei, die weit älter sein können als wir, älter als unsere Eltern, ja sogar unsere Omas und Opas! Oft haben Sie Weltkriege überlebt und könnten uns über das Leben in der Vergangenheit berichten, wenn sie denn sprechen könnten. Aber auch ohne Worte hinterlassen alte Baumpersönlichkeiten einen tiefen Eindruck bei uns Menschen. Da sind Dorflinden auf Dorfplätzen, alte Hütebuchen oder Hüteeichen unter denen früher auch bei uns Hirten mit ihren Herden rasteten und die heute noch die Landschaft beleben oder prachtvolle Alleen, die in manchen Regionen Deutschlands dem Straßenbau und Abholzungswahn nicht weichen mussten, prägen das Landschaftsbild. Wälder und Parks mit einer Vielzahl unterschiedlichster Bäume bieten stadtgestressten Menschen Erholung und Ausgleich und liefern Sauerstoff und Feuchtigkeit zur Verbesserung des Klimas.
Viele von uns Menschen wissen nicht viel über diese großen, imponierenden Pflanzen, ärgern sich sogar über Blütenblätter und Laub, mögen den „Dreck“ nicht im Garten oder auf der Straße haben. Bäume sind in unserer Landschaft oft zu störenden Hindernissen geworden, werden abgesägt oder kurzerhand ausgerissen. Geht die Hochachtung vor den Bäumen verloren, tun wir Menschen uns selbst damit nichts Gutes. Regionen, ganze Länder, Erdteile und sogar die gesamte Welt spüren die verheerende Wirkung des Waldsterbens und der Regenwaldabholzungen. Das Klima und das weltweite, biologische Gleichgewicht geraten unwiederbringlich in Unordnung.
Was kann man dagegen aber Tun? Man kann informieren und Bäume mit ihrer Kraft kennen lernen! Nur was man kennt, kann man auch schützen! Die Vogel- und Naturschutzgruppe Grävenwiesbach hat nach diesem Motto gehandelt.
Der "Pfad der Jahresbäume" ist ein ca. 5,5 km langer, abwechslungsreicher gut markierter Wanderweg (grünes Eichenblatt) durch Flur und Wald. Er verbindert den Bahnhof Grävenwiesbach mit der Taunusbahnstation Wilhelmsdorf.
Zu jeder Jahreszeit bieter dieser Weg Wanderern neue und vielfältige Naturkulissen und ist allen, die gerne in Ruhe Vogelstimmen lauschen oder einfach in der freien Natur die Seele baumeln lassen wollen, sehr zu empfehlen. Auch Teilstrecken zu laufen, lohnt sich!
Pfad der Jahresbäume (Baumreihenfolge vom Bahnhof Grävenwiesbach aus)
Der Pfaffenweiher – ein verstecktes Kleinod
Schon im November 1987 wurde der „Pfaffenweiher“ durch unsere Gruppe neu angelegt. Er befindet sich auf der sog. „Pfaffenwiese“ (Eigentum der ev. Kirche), einer sauren Wiese in einer Schleife des Wiesbachs. In seiner unmittelbarer Nähe gibt es Buchenhochwald, einen kleineren Steinbruch, den Bahndamm samt Bahntrasse mit einer Unterführung für einen Gemarkungsweg , die Einmündung des Lindelbaches in den Wiesbach mit Sumpfgelände, eine feuchte Viehweide und die Bachaue des Wiesbachs. Für diesen Mix aus unterschiedlichsten Lebensräumen sollte die Anlage des Pfaffenweihers damals eine wertvolle Ergänzung sein, die sich im Nachhinein als absolut richtig erwiesen hat.
Obwohl der Weiher relativ klein ist, hat sich um ihn herum eine vielfältige Tierwelt etabliert. Beobachtet wurden unter anderem Stockenten (auch brütend), Graureiher, Schwarzstorch, Wasseramsel, Gebirgsstelze, Waldschnepfe und Eisvogel. An seinem Ufer und in der Flachwasserzone gedeihen Mädesüß, gelbe Wasseriris, Kolbenschilf, Igelkolben, Sumpfdotterblumen und Fieberklee, um nur einige zu nennen.
Seine abgeschiedene Lage, die Verkehrsferne und die Ruhe geben dem Pfaffenweiher seine Bedeutung für diesen vielfältigen, heimischen Lebensraum und eine unverwechselbare Stimmung.
Infotafeln am Wenzelfleck
Die Streuobstwiese am Wenzelflecken in Grävenwiesbach hat nun auch eine informative Beschilderung erhalten. Am Samstag, den 13.April 2013 wurde im Beisein von Mitgliedern der Vogel- und Naturschutzgruppe Grävenwiesbach e.V. , interessierten Bürgern und dem Grävenwiesbacher Bürgermeister Roland Seel eine Informationstafel in einem kleinen festlichen Akt der Öffentlichkeit präsentiert.
Auf den zwei Tafeln werden der Hintergrund der Anlage als auch der Zweck und die Bedeutung der Streuobstwiese für Mensch und Natur in Wort und Bild beschrieben.
Anlage und Pflege einer Wildbienenwand
Um die Ausgleichsfläche am Wenzelflecken für den Naturschutz bzw. als Habitat aufzuwerten, hatte die Vogel- und Naturschutzgruppe die Aufstellung einer Wildbienenwand auf dem Gebiet der Streuobstwiese eingeplant. So wurde in einer kleinen Aktion am 06.03.14 ein stabiles Rahmengerüst aus Holz aufgestellt.
Am folgenden Samstag konnten die Mitglieder dann in einem Workshop das Holzgerüst mit unterschiedlichen Materialien bestücken. Eingesetzt wurden zusammengerollte Schilfmatten, Lochziegel, Bambusstäbe und Holzblöcke. Diese wurden unter Beachtung der Tipps von Bienenfachmann Paul Westrich bearbeitet und „installiert“. Zusätzlich wurde im Bodenbereich eine kleine Löss-Steilwand integriert, die solitär lebenden Wildbienen eine Lehmwand zur Eiablage bieten soll.
Die Wildbienenwand wurde nicht komplett bestückt, um in den Folgejahren weitere geeignete Materialien ausprobieren zu können.
Zum Schutz vor Fraßfeinden (z.B. Spechte) wurde die Vorderseite der Wand zudem mit einem Drahtgeflecht versehen. Da in unmittelbarer Nähe zur Wildbienenwand im letzten Jahr auch ein Blühstreifen mit mehrjährig blühenden Wildblumen und -Pflanzen angelegt wurde (Infos hierzu hier), bietet sich für Wildbienen jetzt am Wenzelsflecken ein schönes Habitat, das Nahrungsgrundlagen und Brutstätten für den Nachwuchs bietet.
Kelterfest
Jeweils Anfang Oktober veranstalten wir im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Naunstadt ein Kelterfest.
In den letzten beiden Jahren mußte es leider ausfallen. 2019 wegen mangel an Äpfeln wegen der Trockenheit und 2020 und auch 2021 wegen der Auflagen zur Corona-Pandemie.